The following interview was from the German magazine Intro, discussing Tim Catlin's processes in constructing his 2007 album Radio Ghosts. The interview was conducted in April 2007.

Intro: Kannst du kurz erklären, wie die Instrumente auf Radio Ghosts präpariert wurden?


Tim Catlin: Auf Radio Ghosts habe ich keine elektronischen Präparierungen oder Prozessierungen vorgenommen, stattdessen habe ich zahlreiche (Spiel-) Techniken verwendet. Darin eingeschlossen: Gitarrenpräparierungen mit Glas, Kabeln, Kartons, Glocken etc. auf oder zwischen den Saiten, verschiedene Elektromotoren, Vibratoren und handgemachte elektronische Schlaggeräte. Verschiedene dieser Schlaggeräte habe ich auch für die Becken auf "Mirage" verwendet, um den konstant gehaltenen verwaschenen Sound zu generieren.

War der Ansatz der Soundgenerierung eher zufällig, oder gab es konkrete Ideen? Oder anders gefragt: In welchem Maß versuchst du die Sounds während des Prozesses zu kontrollieren?

Viele Ideen entstanden über freies Experimentieren und Improvisation mit Gitarrenpräparierungen, Techniken und Spielgegenständen. Prozesse und Systeme, die Unvorhergesehenes und Zufälliges zulassen, bringen oft die interessantesten Ergebnisse. Entweder verwende ich die Aufnahmen dieser ursprünglichen Experimente oder benutze sie als Ausgangspunkt für weitere Erforschungen. Oft nehme ich längere Segmente und editiere, mixe und schichte sie sorgfältig in weiteren Schritten. "Mirage" dagegen war ein Stück, bei dem ich eine vorgefertigte Idee hatte, wie das Stück mittels der Verwendung von Gegenständen zur Gitarrenpräparierung auf Glocken angewandt klingen sollte.

Gibt es ein Modell oder traditionelle Linien, an denen du dich orientierst?

Es gab kein spezielles Modell, aber ich bin sicherlich beeinflusst von musikalischen Erfindern und Ikonoklasten wie Harry Partch, Hans Reichel, Pierre Bastien, Sonic Youth, Disinformation, David Tudor, Arcane Device, Einstürzende Neubauten, Lee Perry, Reed Ghazala, Faust, Yoko Ono, Rhys Chatham. Darüber hinaus werde ich ebenso stark beeinflusst vom sommerlichen Gesang der Zikaden vor meinem Haus oder dem Froschteich.

Du hast für Radio Ghosts keine Verstärker verwendet?

Nein, bei den Gitarrenstücken gingen die Gitarren direkt ins Pult, da ich für diese Aufnahmen nicht so sehr am Verstärker- oder Raumklang interessiert war. Bei vielen Gitarrenaufnahmen ist der Verstärker- oder Raumklang integraler Bestandteil für den Sound, aber ich wollte, dass das Instrument einzig als Soundgenerator ohne das Zurückgreifen auf Overdrive, Verzerrer oder sonstige "traditionelle" elektronische Klangfärbungen funktioniert.

Zu guter Letzt: Hasst du manchmal deine Gitarre?


Ich hasse die Gitarre nicht, würde aber auch nicht sagen, dass ich sie liebe. Sie ist ein fantastischer Gegenstand, aber ich habe nicht diese fetischisierte Einstellung wie manch andere Gitarristen. Tatsächlich bin ich manchmal frustriert, wenn eine spezifische Technik nicht funktioniert, aber häufig beeindruckt von der möglichen Bandbreite von Klängen eines Stücks Holz, an dem Saiten festgespannt sind. Ich denke, ein gesundes Maß an Respektlosigkeit gegenüber jedem Instrument ist notwendig.